31.10.13

Routine auf See. Nichts besonderes. Weiter ziemlich Welle und zeitweise sehr wenig Wind. Das lässt die Dünung noch stärker spüren.

30.10.13

Die Nacht ist ebenfalls durch Dünung geprägt, bis zu 3 m, mal Wind, mal keiner. Am Morgen sind wir beide etwas erledigt und schlafen den halben Tag. Immer wieder besuchen uns Vögel, so wie der neulich, und ich habe das Gefühl, dass es sich bei meinem Besuch um die Verwechslung aus der Hase-Igel-Parabel gehandelt hat. Eines der kleinen Tierchen verfliegt sich unter anderem in meiner Kajüte, und liegt am kommenden Morgen tot in der Küche.

29.10.13

Alles nach Plan, wir erreichen Sardinien, lassen Cagliari liegen und segeln nach Calasetta. Nicht, dass der Ort sehenswert wäre, es ist einfach ein verschlafener Ort, in dem wir Schwierigkeiten haben, alles . was wir benötigen, kaufen zu können, aber er hat eine Marina mit bezahlbaren Kosten, Dusche, und gut haltenden Moorings. Denn es ist - das weiß ich schon von dem letzten Besuch, als Florian hier von Bord ging, ein zugiges Eck.

In der Nacht kommt ein solches Gewitter über den Ort, dass ich mal wieder froh war, fest zu liegen.

Dafür ist am nächsten Morgen fast, und als wir gegen 11 Uhr auslaufen, brauchen wir lange den Motor, ehe wir segel setzen können, außerhalb des Flachwassers zwischen Sardinien und der Insel Carloforte.

Und so geht es auch den Tag und die Nacht weiter. Motor, ein wenig segeln, und wieder Motor. Sehr unangenehm ist eine starke alte Welle, bis zu 3 m. Sie nervt, kostet Kraft und macht das Segeln bei wenig Wind unmöglich.

28.10.13

Morgens noch mal kurz eine Stunde Motorunterstützung, aber danach geht es weiter mit warmem, mäßigem Wind und 3 - 5,5 kn Fahrt. Der Strom ist auch weg, wir kommen also gut weiter.

Die 3,5 kn sind zur Mittagszeit wahrscheinlich der Grund für die Aufregung, die für die kommende Stunde im Cockpit herrscht. Uns geht ein Fisch an die Angel, ein richtiger, ein großer. Gestern hat sich die Angel zwar schon mal gemeldet, aber da war es nur ein Plastikmüll. Vermutlich ist es eine Dorade, so 1,5 kg schwer. An den 60 cm fehlt vielleicht ein Zentimeter. Also, erstmal reinziehen, töten, ohne ihm zu weh zu tun, dann putzen, ausnehmen, und am Abend auf den Tisch. erstaunlicherweise hat er sich weniger gewehrt als ich gedacht hätte. Er schmeckt himmlisch!

Das Töten geht übrigens auch schnell und problemlos, denn ich folge dem Tip anderer Blauwasssersegler, einfach etwas Alkohol in die Kiemen zu spritzen. Da ist sofort Ruhe, kein Schlagen mit Winschkurbel oder anderen Geräten notwendig.

Morgen früh erreichen wir hoffentlich die Südspitze von Sardinien. Dann kann ich auch diesen Update und einige Mails versenden.

27.10.13

Am Morgen, um 0800 Uhr, haben wir die Westspitze von Sardinien querab, Georgina lässt mich freundlicherweise lange schlafen, so lange, dass ich keine Mails mehr absetzen kann. Die müssen halt bis Sardinien warten.

Wir sind eigentlich noch im Plan, aber schon etwas spät und canceln deshalb den Haken nach Cagliari. Tanken können wir auch in Calasetta, das ist um die Ecke. Und frisches Brot und Obst gibt es dort auch, und vieleicht ein Internet-Cafe. Mal sehen.

Sobald wir die Küste von Sizilien hinter uns gelassen haben, gibt es Wind, nicht viel, aber soviel, dass wir endlich den Motor ausmachen können. Und wir erleben einen schönen, sonnigen, ruhigen Tag, an dem ich einiges richten kann, einen traumhaft warmen Abend, dahingleitend mit 3-6 kn mit Musik im Cockpit, obwohl das Radio den Geist aufgegeben hat. Salzwasser und Korrosion in den Zuleitungen, da muss ich nochmal reinschauen. Vielleicht ist dies auch eine Gelegenheit, sich ein neues zuzulegen, mit MP3-Player, damit der MP3-Player, der nie einen richtigen Platz findet, endlich vom Kartentisch verschwindet.

26.10.13

Nichts neuer, Dieseln längs der südlichen Küste von Sizilien, und immer mal wieder ein Blick auf den Tankanzeiger. Kurzeitig mal segeln, mit verhaltenen 2 kn, nur um den Motor ruhen zu lassen und mit Blick auf die Bordkasse. Denn immerhin sind wir noch in Italien mit besonders teurem Diese. Die letzte Rechnung war knapp unter 1,80 Eur/l.

25.10.13

Um 9 Uhr geht es los, Tanken und dann hinaus in die völlige Flaute. Aber Sizilien ist normalerweise um diese Jahreszeit eine zugige Ecke, und so werden wir schon noch Wind finden!

Wenn wir us da nicht verrechnen. An der Ecke kein Lüftchen, später auch nicht. Aber kräftiger Gegenstrom, bis zu 1,5 kn, wie der Vergleich von Logge und SOG des GPS zeigt. Ich muss mir doch irgendwann mal eine Stromkarte besorgen. Sowas gibt es doch sicher im Internet.

Der Diesel hat also viel zu tun, und wir kommen doch nicht gut voran. Ich glaube, ich muss unserem Mallorca-Besuch eine Mail schreiben, dass wir uns verspäten werden.

24.10.13

Mit Motor kann das jeder. Ich bin pünktlich, sogar vor Georgina im Hafen und Beiboot klar, ehe sie in Syracus eintrifft. (Mir hilft die Stunde Zeitverschiebung, die ich nicht mit eingerechnet hatte). Das Gepäck kommt aufs Schiff, sie kann sich langsam einrichten, und wir haben viel zu erzählen, immerhin haben wir uns so gute 5-6 Jahre lang nicht gesehen.

Einkaufen am Nachmittag, Internet-SIM besorgen, und am Abend wird anständig gekocht, denn Georgina ist als Ungarin eine sehr - sehr gute Köchin! Ich trage wesentlich zum Gelingen bei dadurch, dass ich die ganze Zeit den Gasknopf reindrücke, denn jetzt ist die Automatik der zweiten Flamme auch noch kaputt. Alerdings sehe ich kaum einen anderen Weg, einen neuen Herd aufs Schiff zu bringen als ihn nach La Gomera zum TO_Stützpunkt Andy senden zu lassen, also müssen wir uns an Ventilhalten gewöhnen oder nur noch backen.

23.10.13

Noch 130 sm am Morgen, und der Wind passt nicht. Ich versuche, das Beste zu machen, kreuzen und klemmen, aber es geht nicht so richtig vorwärts. Dann dreht der Wind noch ganz nach W und fällt auf 6-8 kn ein. Also, am frühen Nachmittag geht die Maschine wieder an. Ich rechne mir aus, dass ich unter Maschine etwa um 10 Uhr am 24. wieder Land sehe, also Georgina, die morgens früh aus dem Flieger steigt, nicht lange Zeit haben wird, nachzudenken, was sie denn machen soll, wenn ich nicht erscheine.

Vielleicht noch eine nette Geschichte am Rand. Ich war ca. 15 sm von Griechenland entfernt, da bemerke ich einen kleinen Vogel, nicht viel größer als ein einheimischer Singvogel, in der Takelage. Er pfeif mal, fliegt dann ein paar Runden, kommt wieder usw.Und dann fliegt er soweit weg, dass ich ihn nicht mehr sehe. nach ein paar Stunden, am Abend, ist er wieder da. Am nächsten Tag sehe ich ihn morgens mal, und heute, ca. 80 sm von Sizilien entfernt, fliegt er plötzlich wieder ums Schiff. Ich hatte schon überlegt, dass sich die Eltern, die ihren Kindern wie Lion oder Emma davon erzählen würden, sich eine Reststory wie ”er hat einen Frachter gefunden und ist jetzt wieder zuhause” einfallen lassen sollten, aber der Bursche hat es sicher geschafft, bzw. schafft es morgen früh. Entweder er hat bei mir in der Takelage übernachtet, oder ist die ganze Zeit geflogen. Auf jeden Fall eine tolle Leistung, und da ich morgen in der Früh vielleicht nicht merke, wann er endgülti alein den letzten Sprung macht, wünsche ich ihm jetzt schon eine gute Reise.

22.10.13

Ich habe gerade noch Zeit, zum Mittag ein Etmal von 130 sm festzustellen, und dann bricht alles zusammen. Der Wind flaut ab, dreht, man weiß nicht, was man machen soll. Maschine an oder erstmal ein wenig zu langsam und in die falsche Richtung gesegelt? Welches ist die falsche Richtung. Stimmen die Windrichtungen aus den Prognosen, wenn auch nicht die Windstärke??

Mit einigen Wenden kämffe ich mich durch den Tag, ohne viel Strecke gutzumachen, und am Abend mache ich die Maschine an, um nicht erst Tage später vielleicht mal nach Catania oder Syracus zu kommen. Es trifft sich übrigens insoweit gaz gut, asl um 22 Uhr die Batterieversorgung trotz Volladen durch Solar ganz zusammenbricht. Er müssen jetzt endlich neue Batterien her, die alten sind fertig. 

21.10.13

Es gibt zwei nicht so tolle Situationen für die Passage nach Sizilien, entweder viel zuviel Wind, oder keiner. Es wird die zweitere sein. Ein stabiles, unbewegliches Hoch mit Zentrum etwas südlich des direkten Weges. Das wird laut Prognosen auch noch 4-5 Tage so bleiben, also: Warten hilft nichts.

Ich entschließe mich, einen leichten nördlichen Bogen zu fahren, um wenigstens ein wenig Am-Wind-Kurse zu haben. Da geht bei glatter See schon was ab 9 kn Wind. Achterlich brauche ich viel mehr Wnd, bis Julia sich endlich bewegt.

Halt, noch ein weiterer Programmpunkt für heute morgen: Diesel bunkern, bis zum Rand. So käme ich sogar mit Motor nach Catania, will ich aber nicht, denn dort warten Tankstellen, die 1,80 € für den Liter Diesel wollen!

Jetzt werdet Ihr nichts mehr lesen für min. 3 Tage. Ich hoffe, dass ich in Catania zuerst Georgina und dann ein WIFI finde.

Ankunft ca. 24.10. nachmittags.

Jetzt also los in die Flaute hinein. Aber - so schlimm wird es doch nicht. Im Gegenteil. Kaum bin ich 2 sm aus dem Naturhafen draußen, entwickelt sich segelbarer Wind, für einen Am_Wind-Kurs, und er wird stärker und stärker und trägt mich durch die ganze Nacht, bis zum kommenden Mittag. Durch eine Nacht, wei man sie sich wünscht, ruhige See, warmer Wind, heller Mond (2 Tage nach Vollmond), ein Traum. Und dazu geht es eben sehr viel schneller als erwartet und ohne Maschine.

20.10.13

Der ganze Ort ist zwei Tage auf den Beinen, natürlich Uniformen überall, und ich mische mich auch ein wenig drunter. Denn ab morgen bin ich wieder allein, für etwa 3 Tage. Programm also: nochmal einkaufen, Wetter holen, auschecken bei den Behörden, damit mein griechisches Permit nicht verfällt, und dann ab nach Westen, ca. 300 sm. Wenn das wetter enigermaßen mitspielt, sollte ich Georgina pünktlich in Catania empfangen können.

19.10.13

Und es geht so weiter mit dem Wind. Motor bis zum Morgengrauen, kein Wind. Motor bis 12 Uhr, kein Wind. Dan mache ich einfach die Maschine aus, und dümpele so vor mich hin, schlafe, hole die Nacht nach. Im Augenblick bin ich etwas aus den Hauptschifffahrtsrouten draußen, und weit weg vom nächsten Felsen.

Außerdem wird ja um 2 Uhr der Wind kommen, endlich, wie immer in Griechenland. Imer, nein, heute nicht. Ich werfe die Maschine an um 14:30 Uhr und diesele bis Pylos, oder Navarino. Dort, der aufmerksame geschichtsbeflissene Leser kennt das schon, liegen 3 Kriegsschiffe in der Bucht, zwei Kreuzer und ein Weiß-nicht-was, Minen- oder U-Boot-Sucher, und es wird Musik gespielt. Genau so wie am 20. Okt. 1827, als es auch mit Militär-Kapelle losging. Allerdings fällt diesmal kein Schuss. Es stellt sich, nachdem ich in einem schönen Hafen für uns kleine Schiffe festgemacht habe, heraus, dass es sich um einen Truppenbesuch handelt, ein Grieche, ein Franzose und der undefinierbare ist ein Russe.

18.10.13

Am kommenden Morgen, so 8 Uhr, fahre ich los. Gerade komt ein Kreuzfahrer - 4-Master - Segelschiff (Wind Spirit) in die Bucht eingelaufen, und die Busse sind auch schon lange da, um Touristen nach Monemvassia zu bringen. Mehr oder weniger unter Wind geht es aus der Bucht, ja genau dort, wo ich gestern bis über 8 Bft. hatte. Erst als ich um Kap Maleas herum bin, sehe ich Wind zum Segeln, so 12 kn, am Wind-Kurs. Das ist ja schon nicht schlecht, und so geht es den größten Teil des Tages weiter, bis zum Kap Kisternes. Dort wieder 30 - 38 kn, man ennt das ja inzwischen. Ich segle in den Windschatten des Kaps, und von dort aus nahe am Kap unter Motor. Damit bin ich weg von den Dickschiffen, und noch einigermaßen windgeschützt. Ich zähle übriges 6 Kreuzfahrer, darunter 2 Costa ...

Als ich um die Landspitze herum bin, fällt der Wind ein. Zuerst auf 15 Bft, dann auf matte 8, was zu wenig ist, um anständig zu segeln. So ein Pech.

17.10.13

Genauer gesagt, ich bin noch 10 sm weg von der Ecke und sehe, dass bei stellenweise 40 kn Wind wirklich nichts zu machen ist. Wo soll ich warten bis um 14 Uhr? Ich entschließe mich, zurückzusegeln, in eine ruhigere Ecke der großen Bucht vn Monemvassia. So langsam, Stück für Stück, finde ich heraus, dass es auch dort keine ruhig Ecke gibt.Der VHF-Wetterbericht lässt das Ende des Starkwindes offen, also versuche ich, an einen sicheren Anerplatz zu kommen. Da günstig gelegen und ich außerdem von früheren Besuchen die Ecke kenne, versuche ich, nach Monemvassia zu kommen. Da das Schiff bei Starkwind bekanntlich sehr stark abgetrieben wird, kosten mich die 15 sm nach Luv den ganzen Tag, und ich lasse den Anker um 18:30 Uhr fallen. Bei Böen bis 9 Bft!!

Eine halbe Stunde später lässt der Wind nach, und 2 Stunden später ist der Spuk vorbei. Also, gute Planung, aber falsches Timing. Dass der Wind nicht mehr beständig bläst, ist mir in dem Augenblick auch nicht so recht, denn ich habe, um sicher zu liegen, viel Anker draußen und bin auch recht nahe bei der Hafenmole. Und deshalb verordne ich mir zusätzlich eine Spar-Ankerwache, d.h. alle 2 h durchs Luk schauen, was der Wind macht. Ich muss nichts korrigieren. Er dreht zwar, aber so, dass ich den Freiraum auf der anderen Seite nutzen kann.

16.10.13

Die Ankerfernbedienung schaue ich mir nochmal genauer an. Das darf doch nicht wahr sein. Das Relais zieht, aber der Motor läuft nicht. Ich glaube, das wird noch eine größere Sache und lege sie beiseite. Es ist Mittag, so langsam Zeit, aufzubrechen, und da fegt ein Unwetter über die Bucht, wie man es nicht für möglich halten möchte. um nicht biinnen Sekunden vollkommen nass zu sein, lese ich die Windgeschwindigkeit nicht ab, dann dafür müsste zwei Meter unter dem schützenden Bimini raus. Aber es ist heftig, das Schiff legt sich merklich zur Seite. Der Anker hlt, wie die ler um imich herum. Es ist halt nur ein Sauwetter - und eine halbe Stunde danach ist alles wieder ok. Fast Windstile.

Ich lasse noch eine Zeit vergehen, hole Motor und Dinghi raus und verfolge weiterhin meine Pläne. Wissend, dass ich bei einer Windstärke von 7 Bft und mehr nicht um das Kap Maleas, den östlichsten der drei Peloponnes-Finger herumkomme, zähle ich auf meine Wettervorhersage, die verspricht, dass des Spuk ziemlich plötzlich um 14 Uhr am kommenden Mittag aufhören wird. Bis dahin sollte ich dort sein, um dann das Kap hinter mir zu lassen.

Ich komme am Nachmittag und in der Nacht gut voran und erreiche das Kap bei ständig steigender Windstärke morgens um 7 Uhr.

15.10.13

Den Tag verbringe ich mit Bunkern, Aufräumen, und dem Einbau der zweiten Ankerbedienung am Steuerstand. Gegen Sonnenuntergang dann endlich die Funktionsprobe. Es funktioniert nicht! Das kann doch nicht möglich sein, stundenlang Kabel verlegt, im Schiff an den engsten Stellen rumgekrochen, und dann kriege ich die Schaltung von drei Leitungen und einem Wippschalter nicht gebacken. Ich schäme mich, suche vielleicht morgen nochmal danach, ehe ich auslaufe. Ist das Studium denn für garnichts gut gewesen???

Abends gehen Walter, mein Nachbar und ich, nochmal gemeinsam zum Abendessen. Er wird bald sein Schiff aufs Land stellen und nach Deutschland reisen. Die e-mail-Adressen sind getauscht, vielleicht hört man mal wieder voneinander. Und er schickt mir noch ein Teil des KW-Funkgerätes, was ich von ihm übernommen habe.

Ein weiterer Abschied von einem netten Menschen. Wie mir jemand schon vor gut einem halben Jahr prophezeit hat, ist das wohl das Problem einer solchen Reise. Immer wieder Abschiede.

14.10.13

Jetzt wird es langsam ernst, langsam auch Zeit. Ich entschließe mich, Mittwoch Anker aufgehen zu lassen und los zu segeln. Ob ich Pausen machen kann oder will, hängt von meiner Konstitution ab, dem Wetter, Gelegenheiten zum Ankern, usw. Ich rechne mit 4-5 Tagen Pylos - Catania. Pylos ist in Griechenland, ehemals Navarino, mal nachlesen, da gab es eine für Griechenland entscheidende Seeschlacht zwischen Engländern und Türken. Da gibt es auch noch Forts aus alter Zeit, vielleicht habe ich Zeit und schaue es mir das eine oder andere an.

Also, ab morgen abend ist endgültig Schluss mit dem Faulenzen, jetzt geht es wieder zur Sache. Überall höre ich warnende Stimmen, dass es schlimm werden könne. Weiß ich auch, im Augenblick sieht es aber eher so aus, als ob ich mit 1-2 Windstärken, also viel zu wenig, um zügig segeln zu können, kämpfen werde. Was steht für morgen noch an? Na einiges, Ankersteuerung installieren, bunkern, Unterwasserschiff nochmal säubern, aber ich glaube, den Kampf habe ich ohne Taucherausrüstung verloren und vielleicht hole ich auf den Kanaren das Schiff nochmal raus. So fahren wir halt mit etwas Bremse.

13.10.13

Ein paar kleine Dinge hier, ein paar andere da, am Nachmittag ausführlich Surfen im Cafe ToGo, wo ich eigentlich auch immer meinen Nachbarn Walter treffe. mein Diesel ist jetzt aufgefüllt, Proviant bunkere ich auch so langsam, denn ich weiß nicht, was bis Catania an Möglichkeiten herrscht, und hier habe ich direkt am Anleger einen sehr guten Supermarkt mit allem, was man will. Auch das Bier ist günstig, billiger als bisher irgendwo anders in Griechenland. Gute Obst- und Gemüseabteilung, alles was der Mensch so braucht.

12.10.13

Damit die Ankerei ein Genuss wird, fehlt jetzt noch die Ankerfernsteuerung. Die Suche nach einem geeigneten Punkt, sie anzuschließen, hat mich viel Kraft gekostet, bin durchs halbe Schiff gekrochen, und habe schließlich gemerkt, dass die Elektronik hinter der Elektroplatte beim Kartentisch liegt. Um das alles auch richtig anschließen zu können, prüfe ich auch noch die Funktion der fernsteuerung, und siehe da, das blöde Ding sagt keinen Mucks. Hat bei ebay 25 Er gekostet, ist auch eigentlich von einem Markenhersteller für Elektrowinden, aber ich kann jetzt nicht lange fackeln. Ab in den Ofen damit. Für 12,50 Euro wird ein Schalter gekauft, Kabel gezogen nd dann kommt ein zweiter Schalter ins Cockpit. Ich sowieso sicherer, baucht keine Batterie und kann auch nicht verlegt werden. Mach es so einfach wie möglich.

Am Galgen für Dinghi und Pasarella wird noch rumgebaut, und dabei merke ich, dass die Leine, die ich im Schiff gefunden habe und eigentlich dafür vorgesehen habe, zu elastisch ist. Also kommt das auf die Einkaufsliste. 

11.10.13

Jetzt habe ich mal ein richtiges Problemchen, und zwar an einer Stelle, wo ich nicht damit gerechnet hätte. Die thermische Ausschaltung einer Gasflamme funktioniert nicht mehr. d.h. die große Flamme kann ich nur solange nutzen, wie ich davor stehe und den Knopf reindrücke. Ich werde da auch nichts basteln, denn Gas ist gefährlich, besonders im Schiff, sondern nach Wegen suchen, einen neuen Herd zu bekommen. Die Feder zum Sichern des Backofens war schon abgefallen, und die Thermosicherung der kleinen Flamme braucht auch schon etwas länger. Also werde ich mir einen neuen gönnen, anstatt am alten alles mögliche ersetzen zu wolen. Nur wo hernehmen. Hier gibt es nichts. Und um nach Athen zurückzufahren ist nicht genügend Zeit. Also werde ich es in Catania versuchen, und bis dahin gibt es halt nur Eintopf.

Das Funkgerät funktioniert noch, soweit ich es beurteilen kann, und ich kaufe es. Mal sehen, es wird schon seinen Dienst tun.

Und die Ankerkette bekommt Markierungen, mit Kunststoff-Kabelbindern eine einfache Sache.

10.10.13

Heute regnet es, und so kann ich das Funkgerät nicht ausprobieren. Außer dem Stecker, den ich wegen der Kürze der Leitung im Cockpit anbringen muss, (nach dem Bruch des Achterstags ist auch das Antennenkabel, das eigentlich ins Schiff führte, gerissen), verschiebe ich alle weiteren Funkaktivitäten und verlege mich auf Tätigkeiten im Schiff. Ist auch besser, bei dem Wetter. Kühl, regen, na wo sind wir denn!

Am Abend gehe ich mit Walter zusammen, so heißt mein Nachbar, zu einem Stammtisch deutscher Segler, die hier im Augenblick in der Bucht irgendwo liegen, vor Anker, an einer Boje oder vielleicht auch bald auf dem Trockenen. Man trifft sich einmal in der Woche, und es kommen insgesamt 18 Personen, trotz schlechten Wetters. Diesen Stammtisch gibt es seit 20 oder mehr Jahren, und es tut gut, mal wieder in einer solchen Geminschaft zu sein. Die meisten wenn nicht alle sind im Sommer in Griechenland unterwegs und im Winter in Deutschland, also gerade bei den Vorbereitungen zur Einwwinterung. DEinige haben in früheren Jahren große Reisen mit ihren Schiffen gemacht und so gibt es auch noch den einen oder anderen Tip. Schöner Abend!

9.10.13

Die Arbeiten gehen weiter. Dazu noch ein bisschen Behördenkram mit der Heimat. Gottseidank kann man vieles heute online erledigen.

Über die Solaranlage und meinen Stromverbrauch lerne ich ständig dazu. Die PCs fressen kräftig, einer 4 A, einer 6,5 A. Der Kühlschrank braucht über 8 A, und 20 A bringt die Solaranlage bisher im besten Fall. Dagegen sind die Instrumente, trotz Farbdisplay, teilweise sparsam mit gerade man 1-2 A.

Ich bin mal gespannt, was der Autopilot brauchen wird.

Am Abend habe ich dann Besuch von meinem netten Nachbarn. Er kennt Griechenland sehr, sehr gut, so wird es nicht nur unterhaltsam, sondern ich bekomme noch wertvolle Tips dazu. Und ein KW-Funkgerät angeboten, was ich mir morgen mal ansehen möchte.

Am meisten begeistert mich aber der Tip, doch, statt Farbe auf die Kette zu machen, lieber kleine Bändsel einzubinden. Seit Tagen zerbreche ich mir den Kopf, wo ich die Ankerkette mit Farbmarkierungen kennzeichnen könnte, wie ich mit dem Beiboot die 260 kg an Land auf einen Steg bekomme, und mit Bändseln wäre es so einfach. Ich werde es also probieren, gleich morgen. Ansprühen kann ich dann immer noch, wenn ich will und eine passende Gelegenheit habe.

8.10.13

Heute lasse ich die Arbeit fast ruhen, faulenze, beantworte viele e-mails, die gerade heute reingekommen sind. Na sowas?

Und ich gehe am Abend Essen. Kleine, einsame Feier. Man gönnt sich ja sonst nichts.

7.10.13

Man wurstelt den ganzen Tag dahin, versucht die Liste der noch zu erledigenden Punkte zu verkürzen, und am Abend weiß man nicht, was man alles gemacht hat. Ich habe auf jeden Fall den Eindruck, dass ich nicht so recht weiterkomme, obwohl einiges wirklich geschafft ist und die Lste kürzer wird.

Das Schlauchboot ist fertig, im Wasser, der Davits gebaut und am Abend kommt es zum ersten Mal am am Heck des Schiffes aus dem Wasser. Der Motor ist so schwer, dass ich das Schiff trotz einfacher Talje fast nicht hochziehen kann. Und schon garnicht soweit, dass es das Hecklicht nicht verdeckt. Also, vor dem Segeln muss der Motor runter. Wie bisher. Und auf den großen Passagen kommt auch das Dinghi wieder in seinen Schutzüberzug und wird auf Deck festgelascht.

Durch das Dinghi nun beweglich gemacht nehme ich mal Kontakt mit einem Nachbarn auf, der - Deutscher - schon seit ein paar Tagen rund 80 m weiter legt. Wir verabreden uns auf einen gelegentlichen Besuch. und natürlich fahre ich Einkaufen, durch den Ort laufen, WIFIs suchen usw.

6.10.13

Wenn man sonst nichts zu tun hat, kann mal auch zeitnah für die hoffentlich noch zwei oder drei eifrigen Leser was schreiben.

Als Sonntagsarbeit (keiner hats gesehen) habe ich heute das Schlauchboot geklebt, Sikaflex von Deck entfernt, was von der Montage noch übrig war, und einen Notschlüssel fürs Schiff gebaut und versteckt, sodass ich, selbst wenn ich mal den Schlüssel verschusseln oder in den Teich werfen sollte, wieder ins Schif kann. Hoffentlich brauche ich ihn nie. Und hoffentlich werde ich mich daran erinnern, dass und wo ich einen habe, wenn es denn ernst werden sollte. Man wird ja älter...

Heute war ein 22°-Tag, max. 18 A Ladestrom, also bedeckt. gerade gut, um zu arbeiten. Als Belohnung für das Geschaffte wäre ich gern in den Ort gegangen, auf ein schönes Bier und ein gutes Abendessen, aber das muss ausfallen. Warum? Mit Schrecken habe ich in der Gebrauchsanleitung gelesen, dass der Kleber 48 h Aushärtezeit hat. So lange werde ich ihm aber nicht geben. 30 müssen auch reichen, also morgen geht es zum Einkaufen und zum Abendessen. Und das Dinghi kommt zum ersten Mal an den Davits.

5.10.13

Heute lasse ich es mal langsam angehen, gemütliches Frühstück, ein heißer Tee, denn es ist draußen eklig kalt, so 15 oder 16 °. Alle Schotts und Luken bleiben dicht, um nur keine Kälte an mich heranzulassen.

Das wird heute schon der zweite Tag mit kompletter Bewölkung, so wie es aussieht. Und ich bin schuld daran. Denn ich bin sicher, dass es mit meiner Solaranlage zusammenhängt. Hätte ich keine, dann wäre schönster Sonnenschein. Da sie aber gestern so richtig in Betrieb gehen sollte, gibt es nun keine Sonne mehr.

Mit dem Licht geht fast nichts, der Kühlschrank würde ja alles brauchen und für den PC wäre nichts mehr da. Also, Kühlschrank aus, braucht i.A. nur stundenweise zu laufen und ist rotzdem gut kalt. Am Nachmittag bringen die Panel, währewnd zweimal der Himmel kurz aufreißt, so 20 A bis 22 A. Darüber lässt sich reden, aber ich möchte noch mehr Ampere sehen. Der Betrieb eies Wassermachers alle paar Tage muss schon rausspringen. Und mehr Sonne will ich jetzt auch noch!

Den Tag verbringe ich mit Reparaturen, am Elektro-Panel, im Cockpit, baue die Talje fürs Dinghi auf, usw. Und einige Edelstahlteile werden poliert, alles der Reihe nach. Ich will ja noch ein paar Tage hier beiben, aber die Liste ist auch lang.

4.10.13

Heute geht es also endgültig los aus Athen, morgens um 6 Uhr. Poros ist mittags geschafft, und als ich den Motor starte, um einen Ankerplatz zu suchen, bemerke ich eine große Unwucht auf der Welle. Vermutlich habe ich mir wie seinerzeit vor Portoroz wieder was eingefangen, was die Schneidemesser nicht erwischen. Also Ankern mit ohne Gas, Leerlauf geht gerade noch. im Rückwärtsgang ist die Unwucht so groß, dass ich vom Rückwärtsgang nicht mehr in den Leerlauf schalten kann. Also Motor aus, Leerlauf, und dann nur mit Vorwärtsgang ankern. Es klappt, aber der Anker sitzt nicht optimal. kein Problem, ich bis ja anwesend, wach.und kann im Notfall eingreifen.

Also, Badehose an, tauchen, ca. 2 qm Plastikplane rausholen, man kennt das ja. ich habe einen Frachter oder Kreuzfahrer im Verdacht, denn es handelt sich um Folie, mit der man Paletten fixiert.

Jetzt will ich den Anker einfahren, klappt aber nicht. Warum also nicht weiterfahren nach Porto Cheli, wo ich eigentlich erst morgen hinwollte. Der Wind ist gut, es ist früh am Tag, und ich bin frisch. Also los, an der Stadt vorbei, durch die enge Durchfahrt, raus in den Kanal von Hydra, aber leider ist Hydra tabu. Denn ich habe die Ankerfernsteuerung noch nicht montiert. Und vorher geht da nichts in einer Marina oder Stadthafen mit Anker. Da brauche ich schon eine große Bucht, denn platziert ankern und gleichzeitig anlegen geht ohne nicht.

Porto Cheli erreiche ich um 2130 Uhr, und bin nach mehr als 15 h mehr oder weniger ständiger wache wegen Schiffsverkehr und nahem Ufer auch platt. Schön kochen, ein Bierchen und ab in die Falle.

3.10.13

Letzte Arbeiten am Panel, Aris hatte genau 10 Schrauben zu wenig. Aber es soll auch solide halten, und so fährt er nochmal nach Piräus in des Rostfrei-Spezialgeschäft.

Ich besorge einigen Proviant, wasche das Schiff nochmal und beseitige Kunststoff- und Metallbrösel, zurre das Beiboot wieder fest, nachdem es zum Maßnehmen nur lose an Deck lag, usw. usw. Eben alles, was man machen muss, wenn man am kommenden Tag einen größeren Schlag vorhat.

Bei einem Chandler kaufe ich noch die Rollen für die beiden Taljen, um das Dinghi hochziehen zu können. Nur die 4 Rollen kosten mal eben schlappe 175 €

Anschließend bekomme ich noch einen Schock in der Marina. Den Montagmorgen, angekommen um 8:35 h, pünktlich, damit um 9:00 Uhr die Arbeiten begonnen werden können, berechnet man mir mit einem vollen Tag, also 44 €. So bekommt man keine neuen Kunden! Und ich verspreche, auch nie wiederzukommen. Kalte Duschen, Disco bis morgens in der Früh um 4 Uhr, Pförtner mit schusssicheren Westen, die aber niemanden kontrollieren, viel herumlaufendes Personal, aber keinen Überblick, wer im Hafen ist, ob er Dauergast ist oder kurz bleiben möchte, und wann er gekommen ist oder wieder fährt. Wenn jemand ein Forum kennt, in dem man Marinas bewerten kann, dann bitte ich um einen Tip. es gubt da noch ein paar weitere Dinge, die nicht ganz stimmen.

Vielleicht liegen die Nerven beim Personal blank, weil es sich um einen Staatsbetrieb handelt, der in 4-6 Wochen verkauft werden soll. Aber gerade dann wäre es gut, wenn man sich ein wenig kundenorientiertes Denken bemühen würde. Sauhaufen! Niemehr!

2.10.13

Die Solarpanel sind installiert, verdrahtet, mit der Batterie verbunden. Ein erster grober Check mit Stromzange zeigt zwischen 5 und 12 A trotz bedeckten Himmels und randvoller Batterie, die ich aber, um überhaupt was zu sehen, vorher mit dem Bugstrahlruder etwas strapaziert habe. Strom verbrauchen ist halt einfacher als Strom zu sparen.

Aris installiert noch eine Sichtblende unter den Paneelen, eine Arbeit, die wir alle unterschätzt haben, aber die dem eigentlich schon sehr guten optischen Eindruck noch ein wirklich professionelles Finish gibt. Die spontane Äußerung eines Beobachters, der Solarträger habe den Charakter der Yacht verändert, ist sicherlich zutreffend!

Der Aufbau ist funktional, offen, klar und auf das Wesentliche beschränkt. Kein Fädeln der Festmacher oder der Dinghileine mehr durch die Stützen des Biminitops, was es jetzt nicht mehr gibt. Und keine Angst mehr, sich die Knöchel an den Stützen des Biminitops aufzureißen, wenn man man nicht aufpasst. Bilder gibt es, sobald alles fertig ist.

Die Kuchenbude, die ich mitgekauft habe, passt auch drunter. Der Davits ist ausfahrbar, was bedeutet, dass sich die Länge des Schiffes nicht verändert - bei einer Gesamtlänge von 14,68 m und damit knapp vor der magischen 15 m-Grenze kein unwesentlicher Aspekt.

Was gibt es sonst noch? Na? Klar doch, ab jetzt kühles Bier den ganzen Tag, zu harte Butter zum Frühstück und hoffentlich bald mal den ersten Fisch, der getrost im kalten Kühlschrank bis zum Abendessen warten kann (oder besser könnte, wenn ich ihn denn geangelt hätte).

Heute Nacht - obwohl im Hafen, habe ich den Landstrom abgeschaltet, damit die Batterien morgen schön leer sind und die Anlage zeigen kann, was sie so zu leisten in der Lage ist.

Übrigens, ich habe zwar noch keine Endabrechnung, aber es wird wohl weit günstiger werden als ich veranschlagt habe nach Aussagen anderer, die ich vorher zu diesem Thema befragt habe. Wer sich interessiert, dem nenne ich gern mit voller Überzeugung bester Arbeit meine Quellen.

1.10.13

Mitten in der Nacht wache ich auf. Na, was ist das denn. Regen! Seit Monaten mit Ausnahme von 3 Tropfen (wirklich nur 3, vielleicht auch 5 Tropfen vor ca. 3 Wochen) der erste Regen in Griechenland. Es scheint Herbst zu werden.

Natürlich habe ich alle Luken zu gemacht. Alle - bis auf eine. Matratze nass, einige Ersatzteile, die ich gestern abend noch besorgt habe, auch. Und Tocknen ist nicht, zumindestens nicht sofort, denn es regnet immer wieder den ganzen Vormittag lang. 

Könnt ich ja verschmerzen, aber die Arbeiter kommen auch nicht, und mein Gerätertäger wird nicht fertig werden! Ein weiterer Tag in der Marina mit zusätzlichen Kosten. Ärgerlich, aber nicht zu ändern.

Wunder über Wunder. Am Mittag geht’s weiter. Selbst der Davits fürs Beiboot ist doch noch geschafft. Morgen kommt die Elektrik/Elektronik dran.

30.9.13

Nun solls endlich losgehen: der Geräteträger und die Solaranlage sollen montiert werden. Dafür lege ich pünktlich um 0830 in der Marina an, gerade nach der Inventur der Schiffe, damit ich nicht für die Nacht auch noch bezahlen muss.

29.9.13

Der zweite Tag vor Anker. Einige kleinere Reparaturen, etwas kochen, zwischendurch mal baden gehen. Es gibt anstrengendere Arten, eine Tag zu verbringen. In der Nacht ärgern mich Steckmücken, obwohl ich ca. 200 m von allen Ufern entfernt ankere. Wie finden die einen nur? Und wie können die soweit fliegen? Jetzt muss endlch was in Richtung Mückennetze passieren, besonders auch im Hinblick auf Malaria-gefährdete Gebiete. Meine Tochter Julia hat sich bereit erklärt, mir die Netze zu nähen, und da will ich ihr doch bald die Maße schicken.

28.9.13

Ein Ruhetag vor Anker. Nichts tun. Ausschlafen. es ist kaum zu glauben, wieviel mal schlafen kann.

Zur Erfrischung mal kurz ins Wasser. Dann wieder n die Sonne oder in den Schatten, ja nach Tageszeit und Sonnenstand.

27.9.13

Der letzte Tag für Mandi, Franz und Burkhardt. Heute nacht um 0300 Uhr geht es für die beiden Grazer auf den Flieger, Burkhardt geht am Morgen früh von Bord. Schade, das war eine sehr kurze Woche. Ich hoffe, Ihr drei, die Ihr mit mehreren tausend gemeinsamen Seemeilen zum harten Kern meiner Segelfreunde gehört, habt das nächste Mal wieder mehr Zeit.

26.9.13

Auch diesmal gibt es keinen Ankersalat, zumindestens nicht bei uns. Andere haben schon ein wenig zu kämpfen, auch mit Ankertauchen.

Wir legen früh ab, weil es jemand hinter uns eilig hat. Da wir nur nach Poros wollen, was quasi um die Ecke liegt, legen wir in der Bucht hinter der Insel Soupia an für ein paar Stunden, baden, faulenzen, mit Kaffeetrinken und Kuchen usw. Wir lassen es uns einfach gut gehen.

Und rechtzeitig für einen schönen Rundgang geht es nach Poros. Wer aufgepasst hat, weiß, dass wir die Eisdiele nicht auslassen.

25.9.13

Ein langer Tag liegt vor uns, ”nur” 35 sm, aber da wir fleißig aufkreuzen, wird es am Abend lang werden. Schönes Segelwetter, es macht Spaß. Die Ankunft in Hydra wird deshalb sehr spät, erst gegen 20 Uhr. Macht nichts, zum Abendessen ist es noch früh genug, Dusche fällt aus. Wir liegen wieder römisch-katholisch vor Anker, mit unseren Achterleinen an der Mittelklampe eines Nachbarn und am Bug eines weiteren festgemacht. Wir liegen heute nur in der dritten Lage, und müssen über 3 andere Schiffe, um auf die Hafenmole zu kommen.

Wer schon mal mit mir in Griechenland war, weiß, dass ich den Ort wegen der chaotischen Verhältnisse gern mag, Ankersalat inbegriffen. Beim eigenen Schiff als Herausforderung, oder bei anderen als nettes Unterhaltungsprogramm. Und wegen des sehr netten Ortes, des besonderen Charakters von Hydra mit seinen Künstlern und netten Menschen. Man merkt auch hier wie in vielen anderen Inselorten, dass die Verbannung von Autos sehr viel zum positiven Charakter eines Ortes beiträgt. Esel bringen hier die Güter von der Fähre oder dem Versorgungsschiff in die Stadt. Ein Aufwand, der sich lohnt!

24.9.13

Da ich in der Gegend (Golf von Nauplia) noch nie war, ist auch die nächste Übernachtungsmöglichkeit neu für mich, die Bucht Koiladia mit dem Ort Koilas. Auf die vorgelagerte Insel Koiladia darf man nicht. Die gehört einem Reeder aus Athen, und dementsprechend sieht man dort auch gelegentlich Personal und natürlich ein paar dicke Motoryachten. Der Ort ist vergleichbar mit Porto Cheli, die beiden sind ja auch nur 5 sm auseinander. Überwinternde Yachten, ein paar Dauer-Yachties vor Anker, vereinzelt eine Charteryacht. Allgemeiner Ruhe- bis Schlafzustand.

23.9.13

Damit auch ich mal was Neues sehe, ist unser Ziel heute Porto Cheli. Dazu müssen wir durch den Kanal von Hydra, und messen unsere Segelkünste erfolgreich mit andere Yachten. Eine Yacht überholen wir nach ca. 2 Stunden, in denen wir so weit auseinander waren, dass wir uns fast aus den Augen verloren hätten, so knapp, dass sie sehr eng hinter uns vorbeifährt und unseren Angelhaken samt Gummitintenfisch mitnimmt. So war das ganze eigentlich nicht gedacht. Wir wollten nur einen Fisch, nicht gleich ne ganze Yacht rausziehen. Ging dann auch nicht, Schnur gerissen, Köder weg.

In Porto Cheli geht es ins Dinghi und zum Essen mit Spaziergang durch einen recht leeren, schon verlassen wirkenden Ort. Wir sind uns nicht sicher, ob es die ausklingende Saison ist oder der Tourismus auch diesen Ort verlässt. Auf jeden Fall liegt eine Schwermut und Hilflosigkeit über dem Ort.

22.9.13

Der Einkauf von Proviant am Sonntagmorgen ist eigentlich ein kleines Problem, aber mit Catias Hilfe öffnen sich Geschäfte, die geschlossen sind, und wir werden mit Privatautos hier und dorthin gefahren.

Was da so alles geht!

Etwas spät kommen wir deshalb los, und erreichen aber doch noch früh genug Poros, um gemütlich durch den Ort zu schlendern, Besuch der besten Eisdiele Griechenlands eingeschlossen.

21.9.13

Der letzte Tag für die drei, heute abend geht’s in den Flieger. Also nach Kalamaki in die Marina, vorher noch ein Bad im Meer und 5 schöne Segelmeilen bei idealem Wind.

Für mich geht es am Abend mit einer neuen Crew weiter. Mandi, Franz und am darauffolgenden Morgen auch Burkhard kommen. Wir sind in dieser Zusammensetzung schon einige Tausend Meilen gesegelt. Schade, dass ein paar weitere aus diesem Club nicht dabei sind, wie Geza, Christian, vor allem Paul usw.

20.9.13

Ade, Poros, zumindestens ich werde wiederkommen, und ich glaube, auch Jan, Manfred und Basti waren nicht zum letzten Mal da.

Damit wir nicht zu früh nach Athen kommen, machen wir einen Zwischenstop in Aymarina auf Ägina, einem Ort, den der Tourismus früher mal belebt, aber inzwischen ganzlich vergessen hat. So berichtet zumindestens die Crew. Ich bleibe an Bord und versehe technische Dienste, wobei ich endgültig finde, dass etwas mit der Wasserpumpe des Innenkreislaufes geschehen muss.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit segeln wir mit gutem Wind Richtung Athen, um dort im Schutz der Insel Mermingia vor der Küste vor Anker zu gehen. Wir liegen sehr gut und ruhig, von ein wenig zu lauter Musik aus einer Disco mal abgesehen.

19.9.13

Schade, diesmal kein Ankerproblem in Hydra. Alles geht glatt, wir laufen aus und sind in wenigen Stunden in Poros. Ein ausgiebiger Spaziergang durch die Stadt ist eine gute Unterhaltung am späten Nachmittag, mit vielen überraschenden Szenen in dem verwinkelten alten Ort. Immerhin lebte, wenn man der griechischen Mythologie folgt, hier die 9-köpfige Schlange, der jedesmal, wenn man ihr eine abgeschlagen hat, zwei neue wuchsen. (Lange wird sie also, logisch betrachtet, keine 9, sondern wesentlich mehr Köpfe gehabt haben, Oder??? Soviel zu Mythologien.)

18.9.13

Heute steht ein Schlag von ca. 60 sm (direkter Weg) an. Deshalb geht es früh raus. Außerdem will Manfred endlich einen Sonnenaufgang sehen.

Wir sind auch rechtzeitig draußen und der Sonnenaufgang lässt ewig auf sich warten. So lange, dass wir ihn verpassen. Offenbar sind wir doch noch ein wenig verschlafen.

Der Tag wir lang, Wind immer aus der falschen Richtung, und so werden aus den 60 sm etwa 80, großenteils am Wind, und am Nachmittag, als der Wind dann plötzlich einschläft (die GRIB-Files hatten mal recht) auch noch über 4h Motor. Um 20 Uhr laufen wir in Hydra ein. Kein Chaos, aber wer weiß, was morgen früh sein wird. Wir sind fast die letzten, die anlegen, deshalb geht alles in Ruhe.

Wer Hydra nicht kennt, dem sei geraten, es sich mal anzusehen. Und zwar gibt es wenig Platz an der Hafenmole für Yachten, weshalb mal mit Anker römisch/katholisch anlegt. Ist die erste Lage voll, kommt die nächte. Anker rein, festmachen an den Bugklampen von zwei Schiffe, die bereits liegen. Usw. Ich habe bis zu 5 Lagen erlebt, und man kann fast trockenen Fußes über die Hafenfläche laufen.

Das große Chaos kommt am Morgen, wenn man versucht, die Anker zu entwirren, und Anker, die sich in einigen am Hafenboden liegenden Ketten festgehakt haben, heraus zu tauchen oder sonstwie zu lösen. Es ist jedesmal ein Schauspiel, das man mit Humor und Gelassenheit aber wunderbar genießen kann, auch wenn es einen mal selbst trifft.

17.9.13

Jetzt müssen wir langsam den ”Heimweg” Richtung Flughafen nehmen. Deshalb ist Serifos unser nächstes Ziel. Jan, Manfred und Basti wollen (oder müssen) am Samstag auf den Flieger, und Mandi, Burkhardt und Franz warten dann schon am Kai. Also geht es ab nach Serifos - liegt ja auf der Strecke.

Wir laufen gegen 1800 Uhr ein, ein Platz an der Mole ist nicht mehr frei. Und auch die Bucht ist recht belebt durch ankernde Segler. Sowas habe ich hier in der Saison noch nie erlebt. Wir finden eine gute Ecke zum Ankern, mit 100m Kette und einem gut einfahrenden Anker eine einfache Sache. Raus ins Dinghi und rein in die nette Stadt.

16.9.13

Morgens machen wir noch schnell ein paar Einkäufe in Naxos. Ohne Erfolg ist die Suche nach einer Doppelrolle für die Großschot, aber es geht auch ohne. Muss warten bis Kalamaki, wo es um die Marina herum mindestens 5 passende Yacht-Supplier gibt.

Der Tag verläuft allerdings ganz anders als geplant. Wunderbarer Wind, bei dem wir zwar aufkreuzen müssen, aber der uns schnell voran kommen lässt. Unser Ziel ist Milos. Sobald wir aber aus dem Kanal zwischen Naxos und Andipaxos raus sind, geben wir Milos aus und versuchen, Sifnos zu erreichen. Auch dies Ziel erweist sich nach auffrischendem Wind als nur spät in der Nacht erreichbar, und so bleibt uns eine Ankergelegenheit zwischen Andipaxos und der kleinen Insel Despotikou. Es stellt sich heraus, dass Manfred und ich dort schon mal waren.

Zugig ist es, bis über 30 kn Wind vor Anker. Der Anker bricht einmal aus, nach stark drehendem Wind, gräbt sich ca. 100 m später wieder ein. Das ist nicht nicht so toll, aber immer noch besser als überhaupt nicht.

15.9.13

Heute steht Naxos auf dem Programm, auch noch recht belebt, aber ich merke deutliche Unterschiede gegenüber dem Besuch vor ca. 10 Tagen mit Alex und Rafi.

Ab jetzt wird es wieder ruhiger werden. Milos - Serifos - Hydra - Poros. Mal sehen, wohin uns der Wind treibt.

14.9.13

Zum allumfassenden Bild muss natürlich auch der alles totschlagenden Tourismus als Eindruck dazu, deshalb heute abend Mykonos. Etwas viel für Segler, die in den letzten Tagen eher in den kleinen, verschlafenen Ecken waren, aber für einen Abend geht es. Wir segeln morgen auch gern wieder weiter.

13.9.13

Vorsicht, heute ist Freitag, der 13. Also alles mit Bedacht gemacht (?). Von Kithnos geht’s nach Finike auf der Insel Siros. Ein weiterer, netter Ort, Kleinst-Marina, gutes Abendessen. Die beiden Mitsegler Jan und Sebastian, die das erste Mal in Griechenland sind, sollen doch einen umfassenden Eindruck bekommen, wie die Kykladen sind.

12.9.13

Nichts überstürzen, heute gibt es einen gemütlichen Tag von Poros bis Kithnos in den Ort Mericha. Offenbar war ich hier noch nie, es kommt mit wenigstens alles sehr unbekannt vor. Ist ja auch klar, die Bucht mit Sandbarre und Bilderbuch-Sonnenuntergang hat mich bisher immer mehr gelockt.

Schöner Abend, WIFI - Zugang und seit heute habe ich WHATSAPP. Also los, stopft mein Handy voll.

11.9.13

Heute kommen Jan, Manfred und Sebastian an. Alles geht glatt, der Flieger ist pünktlich und dank Manfred, der schon mal hier war, finden die drei auch schnell das Schiff. Schnell noch einkaufen, und schon am Nachmittag geht es ab Richtung SO. Kap Sunion ist noch erreichbar, und dort gehen wir vor Anker. Mal wieder mit dem Poseidon - Tempel im Hintergrund.

10.9.13

Mit warten auf den Inox-Bauer und den Solarpanelmenschen geht der halbe, eher dreiviertel Tag rum. Ich kann mich kaum vom Schiff wegbewegen, an Einkaufen nicht zu denken, den dann genau wird einer auftauchen.

So vertreibe ich mir die Zeit mit Wäsche und Leinen-Baden.

Und meine Einkäufe verschiebe ich auf später. Nochmals zu einem Yacht-Supply, Birnen für die Positionslampen, Ersatzteil für die Bilgepumpe, Blendspiegel für den Not-Koffer. Und heute abend treffe ich mich mit Catia, die mir das alles organisiert hat.

9.9.13

Heute geht es zur Sache. Motorservice, ich habe einigen Dreck im Diesel. Es sieht nicht aus wie Bakterien, aber wer weiß. Ich muss es beobachten.

Mein ”Lieblingsanker” bekommt ein rundes Loch, sodass er nicht mehr verkanten kann, und einen neuen Platz in der Backskiste. So! Der neue 30kg-Bügelanker wird auf Maß gekürzt und montiert

Bezüglich Solaranlage komme ich auch weiter. Der Inox-Bauer schaut sich mal die Situation an und vom Solarfritzen bekomme ich auch einen Preis genannt. Alles scheint einigermaßen im Rahmen zu sein. Wenn nur die Ausführung auch ordentlich ist.

8.9.13

Alles klappt wie geplant, ich schaffe die Liste, und am Nachmittag geht es zur Belohnung in die Plaka. Rummel und viele Menschen. Es macht Spass, aber irgendwie bin ich den Trubel nicht mehr gewöhnt.

7.9.13

Alex erreicht seinen Bus, ich erhole mich erstmal von den letzten Tagen mit einer Mütze Schlaf, und dann werden die Chandler abgeklappert. Ein bisschen hier, ein bisschen da gekauft, es lohnt sich. Vermutlich wegen der Konkurrenzsituation sind sie alle nicht zu teuer. Am Montag werde ich sie nochmal besuchen. Ich brauche noch Leinen und eine passende Elektro-Bilge-Pumpe und Leinen.

Die Anker sind für Aris fertig vorbereitet zum Abtransport. Einschweißen eines Steges beim Edelstahlanker, damit der Wirbel nicht in Langloch verkantet. wer macht warum ein Langloch in den Anker. Da muss sich doch mal eine überhaupt nichts überlegt haben.

Beim Bügelanker wird der Schaft endlich gekürzt. In Delos in der kommenden Woche - vielleicht - kommt die Nagelprobe. Es wäre zu wünschen: kein Umbau des Ankers mehr auf dem Vorschiff (30 kg ist für einen alten Mann wie mich kein Pappenstiel), und endlich mal beim ersten Mal den Anker sicher einfahren können.

Mal sehen. Morgen früh baue ich noch die Kuchenbude auf, damit wir den Geräteträger passend designen können. Das Bimini hat sich endgültig verabschiedet, durch Verlust einer Stütze. Sie ruht in 200 m Tiefe. Macht nichts, war sowieso auf der Abschussliste, weil das Tuch auch langsam seinen Dienste getan hat.

Sobald ich fertig bin, werde ich mich nach Athen hineinbegeben. Es nicht zu tun wäre eine Sünde.

6.9.13

Jetzt wird es langsam Zeit für Athen. Mit kontinulierlicher Steigerung des Windes, von 1 bis 6 Bft über den Tag, kommen wir nach Athen, eigentlich sehr schnell sogar. Wir checken noch einen Anlegeplatz, den wir als Tip bekommen haben, wäre auch ganz schön, aber es fehlen die Poller, Ösen oder was auch immer, um festzumachen. Und die Hilti will ich nicht auspacken, denn am Kai sitzen einige Angler. Also doch nach Kalamaki. Kostet zwar, wie ich inzwischen weiß, 44 Eur pro Nacht, aber Aris kommt hier besser her, um den Typ für den Geräteträger anzuschleppen.

Und Alex hat nur ein paar Schritte zum Bus.

5.9.13

Na was wird wohl passieren? Leute, wir sind in Hydra! Der große dicke Frachter hat seine Kette am Abend noch über unsere gelegt. Mit unserer Winch kriegen wir diese Kette wirklich nicht hoch. Ich will schon die Badehose anziehen, als die Jungs vom Frachter uns eine kleine Lehrstunde geben. Man lernt eben nie aus. Sie bedeuten uns mit etwas Englisch und Zeichensprache, den Anker auf den Frachter zu zu ziehen. Das klappt zu meiner Verwunderung, und da die Kette des Frachters vor seinem Bug natürlich nach oben steigt, kommen wir ganz einfach frei.

Der Anker bekommt dabei ein paar böse Kratzer, aber erstens ehrt das einen Anker eher als dass es ihn verunstaltet, und zweitens mag ich ihn ja noch weniger, seitdem er uns den Besuch in Delos versaut hat. In Athen wird der 30kg-Bügelanker passend gemacht, und dann kommt der Bruce - ob Edelstahl oder nicht gibt keinen Bonus - in die Backskiste. Ausgeankert, höchstens noch Not- oder Zweitanker.

Mit gutem Wind erreichen wir Poros, legen im Kanal an und genießen die Stadt, nachdem wir Rafi noch in die Fähre gesteckt haben. Highlight: zweimal in die Eisdiele, am Nachmittag natürlich und abends nochmal. Da kann man einfach nicht dran vorbei. Waltraud, Vera, Andrea und Tobi werden das bestätigen können.

4.9.13

Noch ein Schlag ist zu bewältigen, ehe wir in die Nähe des Flughafens kommen. Wir segeln von Milos früh los, mit dem Ziel Hydra. Rund 60 sm direkt. Was wir am Anfang nicht wissen, ist, dass es ein wirklich harter Ritt werden wird. Mt etwas Wasser dank nicht geöffneter Seeventile, und dem Verlust einer Stütze am Bininitop, was hoffentlich sowieso bald ausgedient haben wird. Ärgerlich, aber verschmerzbar.

Eine Bohrinsel fährt 0,8 sm an uns vorbei, aufgeladen auf einen Frachter. Ein ungewohntes Schauspiel.

Abends laufen wir in Hydra ein, leider wegen der zu Ende gehenden Saison nur in der 2. Reihe. trotzdem gibt es schon eine gefangene Kette, ehe wir festmachen. Was wird wohl morgen beim Auslaufen passieren?

3.9.13

Ein ganzer Tag faul in Milos. Kleine Reparaturen, ausschlafen, warten auf Rafi, der am Abend spät wieder zu uns stößt - dank Schnellfähre.

2.9.13

Um zehn Uhr, nachdem wir einige Yachten beim Auslaufen beobachtet haben, fahren wir wieder rein in die Marina und bekommen einen schönen Platz. Und ab geht es nach Thiera, denn wir versprechen, um 1500 Uhr wieder auszulaufen.

Besichtigung von San Torin, diesmal mit dem Blick von der Kante auf das tiefblaue Wasser, die Kreuzfahrer und natürlich auf die an der Wand klebenden Häuser.

Ein gutes, bezahlbares Mittagessen in der ersten Reihe, mit Blick auf die Bucht und auf Oia, und bald geht es mit dem Bus zurück. Pünktlich laufen wir aus, mit Starkwind, Richtung Milos, wo wir und morgen früh mit Rafi wieder treffen wollen.

Nachtfahrt, unter besten Bedingungen, guter Wind, nur eine Wende, warm, kein Verkehr. Am Morgen des 3.9. machen wir fest in Milos.

1.9.13

Jetzt bläst es richtig, und ich überlege, wie wir zu zweit aus dem Hafen kommen und sicher San Torin, unser nächstes Ziel, erreiche. Denn wenn mit der Aufnahme des Ankers bei einer Zwei-Personen-Crew etwas nicht klappen würde, stecken wir schnell in den leewärts liegenden Felsen, die so 80 m entfernt zu uns herüber winken. Ein Stückchen werden wir ihnen ja wegen des Ankers entgegenfahren müssen, aber nur wohldosiert, und es muss alles klappen!

Rafi, der eigentlich von Bord will, hilft uns noch beim Ablegen. Dafür setzen wir ihn und sein umfangreiches Gepäck erst danach an der Fährmole ab.

Zügig geht es nach San Torin, wir fahren durch den Vulkan gegen 18 Uhr, ein immer wieder beeindruckendes Schauspiel mit den Häusern, die an die fast senkrecht abfallende Wand geklebt sind.

Für die Übernachtung müssen wir noch weitere 10 sm segeln, teilweise sehr mit starken und plötzlichen Böen, um nach Vlychada zu kommen. Das erste mal erlebe ich die Marina besetzt, man bietet uns nur zwei Plätze an, den einen in einer zu kurzen Lücke, in der wir nur Schaden angerichtet hätten, den anderen in zu flachem Wasser. Also, wieder raus, draußen vor Anker. Es ist zugig, aber ohne Risiko, weil genügend Leeraum vorhanden ist. Der Anker, man kennt es ja, greift wieder mal nur so mittelmäßig und ich gleiche durch lange Kette aus. Immerhin habe ich inzwischen ja 100 m anzubieten!

31.8.13

Von Siros aus können wir, früh aufgestanden, genausogut Delos erreichen. Und schaffen es auch! Um zehn Uhr werfen wir Anker, es ist sehr zugig. Um 10 20 werfen wir zum zweiten Mal Anker, und so weiter. Dieser Verdammte Anker gräbt einfach nicht ein. Insgesamt geben wir nach dem 5. Versuch auf, Delos ade. Sehr ärgerlich. Ich freue mich auf den Zeitpunkt, zu dem mein Bügelanker gekürzt sein wird und dauerhaft montiert ist. Der andere kommt dann in eine Backskiste, weit weg. In Serifos haben wir ja auch - nach mehreren vergeblichen Versuchen im Seegras - den Anker ummontiert, was bei 20 kg bzw. 30 kg pro Stück im Bug mit kleiner Crew keine einfache Sache ist. Aber die Ecke in Delos ist zu ruppig für solche Kunststückchen.

Etwas traurig fahren wir nach Naxos, der Weg dahin ist aber ein Genuss. Nun haben wir den Meltemi, der ja lt. Aussage einiger Einheimischer den Sommer über praktisch ausgefallen war, doch noch im Rücken.

Früh kommen wir in Naxos an, das Anlegemanöver ist etwas haarig, und die Crews der beiden Yachten neben uns stehen mit Fendern parat. Aber die bräuchte es nicht, Rafi fährt einwandfrei rein.

Beim Rundgang durch die Stadt ist Rafi so begeistert, dass er für einen oder zwei Tage aussteigen will.

30.8.13

Wir wollen Delos besichtigen, also nehmen wir uns Mykonos zum Ziel, um am darauffolgenden morgen früh im Museum zu sein. Der Wind zerschlägt alle Pläne. Wir kommen nicht so recht vorwärts. Und es wird spät. Deshalb laufen wir Siros an, und finden eine nette, kleine, bescheidenen Marina und ein gutes Lokal an Land mit Lamm und Moussaka.

29.8.13

Rafi ist joggen, wir liegen bis Mittag noch in Kithnos, und am Abend werden wir auf Alex in Serifos warten

Die Fahrt Serifos ist schnell erledigt. Alex kommt pünktlich an. Mit einem langen Abend im Cockpit feiern wir seine Ankunft.

28.8.13

Ein sehr bescheidener Segeltag. Kaum Wind, also mit Motor von Kalamaki bis in die Sonenuntergangsbucht auf Kithnos. Ankunft gegen 14 Uhr, alle Zeit, um ein wenig am Boot zu arbeiten, zu angeln, und natürlich zu baden. Auch die verstopfte Toilette wird wieder freigemacht.

27.8.13

Schade, heute morgen gehen Waltraud und Vera von Bord, auf den Flieger zurück ins kühle Deutschland. Ich hoffe, der Schock wird für alle, also auch Tobias und Andrea, nicht zu groß. Kein wackelndes Bett mehr, Regen (ich weiß nicht mehr, wie sowas aussieht), kein Horizont usw. Ihr müsst halt alle mal nach wiederkommen. Ich bin sicher, dass ich Euch alle nicht zum letzten Mal an Bord begrüßen durfte. Und Andrea und Tobias haben jetzt sowieso und endgültig den Fahrtenseglervirus geschluckt, nachdem sie zwar schon ein Segelschiff haben, auch mit 1,5 t Verdrängung kein kleines, aber eben in Holland in einem Binnenrevier.

Euch allen gute Heimreise.

Wir verlassen Kalamaki am Mittag und steuern Kap Sunion an, trotz Warnung von Heinz vor unruhigem Liegen. Aber erstens ist das Schiff etwas unempfindlicher gegen Schwell, zweiten ist das Wetter ruhig und drittens reizt mich das Panorama mt Poseidon-Tempel auf der Bergspitze. Die Entscheidung war richtig! Es wird ein fantastisch schöner Abend, die Temperatur, die Welle, die Musik im Radio, alles stimmt. Und Rafi hat noch dazu sehr gut gekocht. Man mag nicht aufhören, auf der Bank im Cockpit zu liegen und alles in sich aufzunehmen, damit die Eindrücke ja nicht verblassen

26.8.13

Irgendwann, am besten wenn fast alle schlafen, muss man sich dann doch von Poros trennen. Also frühmorgens, um 7 Uhr, sobald die Fähre dem Supermarkt das frische Brot gebracht hat. Zuerst ein wenig Motor, dann schönes Segeln, im Windschatten von Ägina fast Windstile, und später nochmal guter Wind. So kommen wir am frühen Nachmittag in Kalamaki an.

Catia empfängt uns zusammen mit Aris, und wir besprechen Projekte wie den Geräteträger, die Solaranlage usw. Wenn jemand weiß, wo es gute Leute dafür gibt, sind es die beiden.

25.8.13

So fällt - weil die Crew in Poros bleiben will - Kap Sunion aus, und dafür gibt es einen Ruhetag.

Letztendlch ist das gut, den am Nachmittag meldet sich Rafi einen Tag früher als vereinbart aus dem Bus nach Kalamaki, und während der Fahrt wir er umgelenkt auf die Fähre mit Ankunft um 19 Uhr, rechtzeitig genug für das Abendessen bei Dimitri hoch über den Dächern.

24.8.13

Ich habe vor, der Crew noch ein paar nette Ecken zu zeigen. Also, ab nach Poros. Der Weg dorthin geht großenteils mit Motor.

Dieses Jahr ist nach Aussagen vieler Griechen, und auch nach eigener Erfahrung, mit anderen nicht zu vergleichen. Der Meltemi fiel fast vollständig aus. Vorherrschende Windrichtungen gelten nicht mehr. So hätten wir lt. Hafenhandbuch mit achterlichem Wind durch den Golf von Patras und Korinth segeln sollen, haben aber andauernd aufkreuzen müssen. Und um Poros herum ist sonst immer Wind, nur eben jetzt nicht.

Als wir um die Ecke in die Bucht einfahren und die ersten Blicke auf Poros möglich sind, sind alle begeistert. Und als wir durch den Ort spazieren, entsteht der Wunsch, einen zweiten Tag zu bleiben.

23.8.13

Das letzte Stück nach Korinth. Weil wir ein wenig knapp mit Lebensmitteln sind, geht ein Teil der Mannschaft einkaufen. Sehr kurz, schnell und zügig, und trotzdem verpassen wir die Kanaldurchfahrt um vielleicht 5 min. Also Ankern in unmittelbarer Nähe, in 90 min, abends um 19 Uhr, geht es wieder in unsere Richtung.

Die Durchfahrt ist ein Erlebnis, imposant, 6 sm mit teilweise 70 m hohen fast senkrechten Wänden an beiden Seiten. Brücken gibt es inzwischen einige, vielleicht ist der Kanal in ein paar Jahren ganz überdacht? Sein Alter sieht man ihm an, auch, dass fleißig und dauernd repariert wird. Dafür ist er jeden Dienstag tagsüber geschlossen.

Als einziges Segelboot müssen wir zuletzt fahren, und sind trotzdem viel zu langsam, weil die Motorschiffe alle so 7 kn oder mehr fahren. Wir beeilen uns und werden deshalb nicht wie viele andere, die wir vorher schon per Funk belauscht haben, ermahnt, doch etwas schneller zu fahren. Weil diese Eindrücke genug sind für einen Tag, gehen wir fast direkt um die Ecke vor Anker. Ein paar Badegäste, einige Häuser, wenig Verkehr auf der Straße. Ein beschaulicher Abend

22.8.13

Im Golf von Patras und Golf von Korinth wechseln Motoren und Segeln ab. Mal gibt es ein kleines Rennen mit anderen Yachten, und die Brücke bei Patras ist auch sehr imposant, aber insgesamt zieht sich die Anfahrt zum Kanal schier endlos. Die Strecke beträgt immerhin auch 90 sm!

Am Abend machen wir Rast in Galaxidio, einem der wenigen Häfen, und der ist natürlich überfüllt. Wer kommt auch erst um 20 Uhr um die Ecke? In der Nähe ist eine Bucht, die mit geringem Schwell und viel mehr Ruhe Schutz für die Nacht bietet.

21.8.13

Keine Faulheit, sondern nur Unfähigkeit ist der Grund, warum die letzten Updates so lange auf sich warten lassen. Ich muss alle Programme vom einen PC auf den anderen umziehen, weil der blöde Win-XP-Rechner immer abstürzt bei der Einwahl ins griechische Netz, und WIFI gibt es hier nicht oder kaum oder teuer. Deshalb konnte ich bis gerade die Seite nicht hochladen. Und der Empfang von Mails klappt zwar, aber das Senden noch nicht. Alles wird gut werden.

Heute verlassen wir traurig die Inseln, ab jetzt nur noch Golf von Korinth und Golf von Paros, mit Festland bzw. Peloponnes als Ufer. Ist der Peloponnes eigentlich Festland oder Insel? Auf jeden Fall fahren wir auf dem Wasser an ihm vorbei - in wenigen Tagen, durch den Kanal von Korinth. Bis dahin müssen alle Fotoapparate bereit und voll geladen sein!.

20.8.13

Vera hat heute halbrunden Geburtstag. Wir feiern schon um Mitternacht.

Am Morgen zu spät abgefahren, Behördengänge, und Shoppen (muss wohl auch mal sein), und dann reicht es nur zur Nordspitze von Zakynthos, in die kleine Bucht hinter der Insel Nikolao, zu Dimitri.

Tolle Stimmung, ein nettes griechisches Lokal, leider wieder eine sehr aufwendige Prozedur bei den Hafenbehörden.

Das Wasser ist so klar, dass man viele Fische, aber auch den Müll auf dem Meeresboden sehen kann. Was machen wir Menschen nur mit unserer wunderbaren Erde.

Und noch eines bleibt unverborgen: die Ankerkünste mancher Skipper in der Bucht. Es gibt aber nur ablandigen Wind, und so wird keines der Schiffe, die ihren Anker so vorsichtig auf dem Meeresboden abgelegt haben, dass sich noch nicht einmal eine Flunke eingräbt, trotzdem nicht an Lande gedrückt.

19.8.13

Morgens vor sechs Uhr geht der Anker hoch, so leise, dass die beiden Mädels es verschlafen. Und so packen wir die Strecke bis Argostoli, in den Stadthafen. Anlegen mit Ankersalat wegen gekreuzter Ketten, aber die Beseitigung geht gut und wir liegen bald fest. Tobias, der uns am Kai erwartet, kommt aufs Schiff und hilft bei den Manövern, und auch ein sehr netter Neuseeländer hilft uns bei Beseitigung der Wooling. Jetzt kann Andrea auch an Bord. Abends gibt es Stadtspaziergang, ein Abendessen in der Stadt. Mir wäre der Ort etwas fade für einen Urlaub, aber für einen Abend ist er unterhaltsam.

18.8.13

Ohne Stop, und zeitlich auch mit gutem Timing für den Kanal von Lefkada, kommen wir zügig nach Süden und ankern am frühen Nachmittag in der Vlychon - Bucht.

17.8.13

Schweren Herzens gehen Ellen und ich zum Flughafen, denn diesmal werden wir uns nicht so schnell wiedersehen. Sie kommt pünktlich weg, ist ja auch keine Kunst, wenn man zu Fuß zum Flughafen kann.

Kurze Zeit späten landen meine Schwester Waltraud und ihre Freundin Vera, und wir gehen den Weg zurück aufs Schiff.

Zur Eingewöhnung gibt es einen Spaziergang durch Korfu, Einweisung ins Schiff, und was beim Einzug alles sonst noch so zu tun ist.

Am Abend, um 2230 Uhr, holen wir den Anker ein und ab geht es in die Nacht. Immerhin müssen wir, um Tobias und seine Frau am 19.8. in Kefallonia aufnehmen zu können, noch ein paar Meilen machen.

16.8.13

Das war ein langer Tag. Wir ankern nachts um 3 Uhr vor Mesongi auf der Insel Korfu. Dafür sind wir schon am frühen Nachmittag in Korfu und suchen uns einen guten Ankerplatz in der Bucht südöstlich der Stadtmitte. Mit dem Dinghi übersetzen, 300 m laufen und schon ist man in der Altstadt von Korfu. Und, wie wir später auskundschaften, kann man zu Fuß zum Flughafen, denn Ellen fliegt leider morgen früh. Ich hoffe, sie vergisst die Stürme und erinnert sich an die schönen Momente einer immerhin rund 1000 km langen Reise mit dem Segelschiff.

 

Am Abend sind wir unfreiwillig Zuhörer eines Konzertes auf der Zitadelle. Ein Sänger von sagen wir mal sehr getragenen Liedern lässt aber auch nichts aus, nicht mal Heintjes ”Mama”.

15.8.13

Erst muss aber das Segel noch montiert werden. Und das mit 15 m langen Segellatten. Für zwei Leute eine beschwerliche Sache. Da muss jeder Griff sitzen - und wohlüberlegt sein. Aber es klappt, und um 11:00 Uhr laufen wir aus. Kurs Korfu, also N bis NW. Motoren, stellenweise segeln, dann kommt es ziemlich hart, sodass Elen sich lieber in den kuscheligen Salon bzw. zum Lesen in die Kajüte verzieht.

Ankunft in Gaios auf Paxoi, eine kleinen Bucht mit offensichtlich sehr nettem Ort, spät am Abend , beide etwas ausgepowert, denn das Aufkreuzen am Nachmitag hat schon Kraft gekostet.

Anker ab, da wo noch Platz ist, in der Mitte zwischen einer 65 Fuß-Yacht und einer etwa in unserer Größe. Später kommt einer und legt sich unauffällig in die Nähe. Und dann dreht der Wind. Alles sieht anders aus. Wir kollidieren fast mit der großen Yacht, die offensichtlich wie wir viel Kette gesteckt hat, aber sich komischerweise anders als wir bewegt, und dann kommt der Neuling in die Quere, der bei 10 m Tiefe nur 30 m gesteckt hat und nicht mehr Kette stecken will oder kann. Zwischen solchen Nachbarn werde ich keine Ruhe haben und entschließe mich, den Anker einzuholen und weiterzufahren. Glücklicherweise war vorher noch Zeit zum Abendessen.

14.8.13

Über Nacht vor Anker, morgens früh ab in die Marina, Segelmacher bestellen usw. Hoffentlich klappt noch alles, denn morgen ist Feiertag, und dann wird es zeitlich eng mit Korfu.

Am Abend wird das Segel wieder geliefert, teuer, aber hoffentlich gut gemacht. Genau werde ich das in einem Jahr wissen.

13.8.13

Noch schnell ein WLAN vom Ufer genutzt, um diesen Update zu senden, denn das PC-Problem ist noch nicht gelöst. Und dann wollen wir in die Bucht von Preveza, also langsam auf den Weg zurück nach Korfu. Flieger warten, für Ellen, und Waltraud kommt mit Vera.

So ist das Leben: wir müssen nach Preveza, denn dort gibt es Marina, Werft und Segelmacher. Kaum sind wir durch den Kanal von Lefkas, freuen uns, dass wir endlich segeln können, und schon reißt beim Setzen des Segels das Schothorn des Groß aus. Also nur Genua, und eben ab nach Preveza.

12.8.13

An so einem Ort bleibt man natürlich einen Tag länger, um zu faulenzen. Und ich kämpfe mit dem PC, der abstürzt mit Blue Screen, sobald er sich ins griechische Netz einloggt. Es ist zum Mäuse melken, so viel schöne Zeit geht erfolglos für den PC drauf.

11.8.13

Jetzt wollen wir wieder was tun, heißt: nach Süden segeln, um noch ein paar der Ionischen Inseln zu sehen. Levkas oder Ithaka ist unser Ziel, mal sehen, inwieweit uns der Wind helfen wird. Auf jeden Fall heißt es mal wieder früh aufstehen, Beiboot versorgen, Schiff aufklaren und Anker auf.

So schaffen wir es nach Levkas, durch den Kanal und bis in die Vlychon - Bucht, riesengroß, überall 5-7m Tiefe - hier kann jeder Depp ankern. Und rundherum, am Ufer, pulst das Leben, natürlich mit ein paar netten Lokalen.

10.8.13

Ein ganz fauler Tag, lesen, am Schiff kleinere Dinge reparieren, das Internet versuchen, in Gang zu bringen (geht um Mitternacht immer noch nicht). Am Nachmittag ein Badeausflug, der aber schon in der nächsten Bucht 200 m weiter endet, weil die See außerhalb der Lakka-Bucht schon recht ungemütlich für ein kleines Dinghi mit nur 5 PS ist. Also, in die Badebucht, ein wenig schnorcheln, und schnell wieder zurück zu Kaffee und Keksen.

Am späten Nachmittag wird es, überraschend für alle, die keinen Wetterbericht haben wie ich, einigermaßen ungemütlich. Ein NO steht auf die Öffnung der Ankerbucht und lässt die Schiffe, die direkt dort ankern, kräftig im Schwell steigen. Wir ankern etwas weiter innerhalb, aber Julia probiert auch kräftig, ob alles hält. Zu dem Zeitpunkt sind wir gerade im Dorf, und ich beobachte aus der Ferne, jederzeit bereit, ins Dinghi zu springen, das, um nicht zu zerkratzen, zwischendurch auch verlegt werden muss.

Wasser fließt über den alten Kai des Dorfes, einige Yachten, die dort mit Buganker liegen, müssen ihn nochmal nachbessern. Haustüren bekommen vorgefertigte Schotts, und vor manchen Geschäften liegen 10-15 cm hohe Holzstege. Also ist das hier eine Routinesituation.

9.8.13

Langsam, ganz langsam, machen wir uns wieder auf den Weg, und da kein richtiger Wind bläst, wir also kaum Strecke machen, peilen wir die erstbeste schöne Bucht an, und nach Hafenhandbuch ist das Lakka an der Nordspitze von Paxoi.

Ein wenig gut besucht ist die malerische Bucht schon, vielleicht 50 Yachten vor Anker, aber wir kuscheln uns dazwischen. Ein kleiner Ausflug in den Ort überrascht uns so, dass wir uns entschließen, einen weiteren Tag hier zu bleiben.

8.8.13

Am Morgen wird noch schnell der Außenborder repariert. Das Ritzel für den Handstart hatte zerlegt, offenbar schon eine ganze Weile, kann aber in Gouvia schnell beschafft werden und der Einbau ist einfach und schnell gemacht. Mit dem einsetzenden Wind verlassen wir die Marina Gouvia und segeln ein Sück, um schutzlos vor einer fast geraden Küste bei Mesongi vor Anker zu gehen. Alles ist ruhig, bis auf die Motorboote, die Gleitschirme schleppend uns morgens aus dem Schlaf holen.

7.8.13

Langeweile auf See, einfach Strecke, die man absitzen muss. Morgens um 0200 Uhr geht es durch die Meerenge zwischen Albanien und Korfu hindurch, dann weiter unter Motor bis in die Marina Gouvia in Griechenland.

Einklarierungsformalitäten, die Griechen wollen ein Hafenpermit, kostet 15 Eur und ist nicht zu vergleichen mit den rund 250 Eur der Kroaten.

Jemand hat mir erzählt, dass ein Permit in Montenegro etwa ebensoviel kostet, und wenn man bedenkt, dass die montenegrinische Küste nicht viel mehr ist als Budva und Kotor, schöne Ecken, sicherlich, aber insgesamt eben sehr wenig Küste, dann ist Kroatien ja fast günstig?!?

6.8.13

Ich hab’s gewusst, die Düse war weg. En wenig Segeln am nachmittag, dann nachts bis 2 Uhr Windstille. Das kostet. Egal. jetzt, um 1200 haben wir Otranto querab, und ändern nun den Kurs auf ca. 150, um das kleine Loch zwischen Korfu und Albanien morgen früh zu treffen. Bis dahin, und vor allem, bis ich eine griechische SIM-Karte habe, gibt es keine Neuigkeiten mehr.

Noch eines: ab jetzt kommt wieder die Angel raus. Mal sehen!

5.8.13

Ein fauler Vormittag in der Marina, ehe wir gegen Mittag auslaufen. So faul ist er übrigens nicht, Schiff aufklaren, Wäsche mit Hand waschen, weil keine Waschmaschine zur Verfügung, und stundenlang um ein paar Brötchen laufen. Mehr hätte ich auch nicht bekommen. Gottseidank haben wir noch in Aprilia Marittima gut gebunkert.

4.8.13

Allerdings ist der schöne Wind schon wieder abgestellt, als ich nur in die Nähe der Abdeckung gerate. Ein paar Hundert Meter entscheiden zwischen segelbar (ab 7-8) kn und Flaute, also Motor. Und das wirkt sich noch 50 sm weiter südlich aus. Aus einem achterlichen Wind von bis zu 28 kn wird innerhalb von 5 sm eine Brise mit 3-6 kn, als ich aus der Düse nach Bari ”abbiege”. Ich hoffe, ich finde diese Düse morgen wieder.

Eine Nacht in der Marina, in einer in der Gesamtheit absolut hässlichen Industriestadt, die aber eine wunderschöne Altstadt hat, prall mit Leben gefüllt durch Menschen jedes Alters, denn heute ist Sonntag. Vom Beginn unserer Entdeckungstour am Bahnhof mit zweifelhaften Gestalten wird Bari Straße für Straße freundlicher und dann kommt - wie gesagt eine Altstadt voll mit Leben als dramatischer Höhepunkt!

3.8.13

Ein Tag der Suche nach Wind - ohne ihn wirklich zu finden. Mal gibt es 3, mal 4 Knoten (und damit bin ich schon sehr glücklich), oder eben Motor. Es ändert sich erst, als wir in die Nähe von Vieste am Gargano kommen. Diese Berge bilden eine Düse und erzeugen bis zu 25 kn Wind. Jetzt läuft was!

2.8.13

Um 5 Uhr geht der Anker auf, wir haben ja schließlich noch ein paar Hundert Seemeilen vor uns. Motoren nach Ancona, Tanken, dann mit Schmetterling vor dem Schwachwind nach Süden. Den Blister will ich erst mal mit größerer Crew ausprobieren und lasse ihn deshalb noch verstaut.

Heute gibt es wieder eine Nachtfahrt. Sternenhimmel, hoffentlich gleichmäßigen achterlichen Wind.

1.8.13

Strecke zu machen ist nicht sonderlich interessant, und es gibt deshalb nichts zu erzählen. Wir kommen bis 3 sm südlich von Fano und ankern dort, auf dem offenen Meer. Anfangs gibt es noch etwas Schwell, aber in der Nacht wird das Meer immer ruhiger. Eine erholsame Nacht vor Anker. Allerdings weckt uns gelegentlich der Höllenlärm eines Hochgeschwindigkeitszuges, der so alle halbe Stunde vorbeifährt. Wir liegen 1 sm vor dem Ufer und empfinden den Lärm als störend. Ich denke an die armen Menschen, die an den Bahngleisen wohnen und leben müssen.

31.7.13

Morgens fahren Gabi und Rainer ab, wir bereiten unser Schiff vor auf die Reise nach Griechenland. Um 16 Uhr erlaubt uns die Tide, die Lagune zu passieren. Einmal draußen, geht der Kurs nach Süd, später Südwest.

Nachtfahrt. Ab ca. 20 Uhr Motoren, eine lästige Sache, aber wir wollen vorwärts kommen. Nachts um 2 Uhr kreuzen wir den Kurs mit der Sea Cloud. Bilder brauche ich keine, ich habe noch welche aus der Türkei, wo wir sie mal bei Tag gesehen haben.

30.7.13

Der folgende Tag ist friedlich, Wetter, als ob es nie einen Sturm gegeben häte, und ein schöner Abschluss für Gabi und Rainer, die uns morgen früh in Aprilia Marittima verlassen werden.

29.7.13

Unser Plan für heute: irgendwo in einer Lagune ankern, vielleicht in der Nähe von Porto Buso. Aber schon am späten Vormittag, als wir Grado verlassen und das Meer sehen, ist da ein komisches Gefühl. und gegen 15 Uhr kommen die ersten Wetterwarnungen, der Himmel wird dunkler und wir ändern unseren Plan. unser Ziel wird die Marina von Aprilia Marittima, halt eben einen Tag früher als geplant. As wir vor der Ansteuertonne sind, frischt der Wind auf, die Welle nimmt auf einen halben Meter zu. Ich erinnere mich an Carlita, das Schiff, auf dem ich meinen Segelschein machte, und die Geschichte, dass es dort wenige Jahre später in der Welle bei der Einfahrt gestrandet ist.

Wir drehen also um und wollen zurück nach Grado. Kaum 30 min unterwegs, treffen uns plötzlich Böen von großer Heftigkeit. Es entwickelt sich ein Sturm mit bis zu 11 Bft und 2 m Welle. Wir laufen mit 1-2 qm Genua vor dem Wind ab und machen bis zu 10,5 kn. Eine Stunde später fällt der Spuk in sich zusammen, ziemlich genau, als wir vor der Einfahrt von Grado sind. 2 Stunden später ist alles vorbei. Grado ist blank geputzt. Am nächsten Tag findet man in den Zeitungen Bilder mit Sturmschäden.

In der Lagune vor Grado liegt ein armer Segler auf Legerwall. Den wird es genau am falschen Ort zum falschen Zeitpunkt erwischt haben.

28.7.13

Ein wunderschöner, weil entspannter Segeltag, keine große Strecke und am Abend das Örtchen Grado. Wir machen fest buchstäblch an der Hauptstraße! Nach Grado hinein führt ein Kanal, an dem noch einige Fischer liegen, aber heute eben auch Yachten. Und da sich der Ort um die Fischerei herum entwickelt hat, liegt man jetzt 100 m vom eigentlichen Ortskern entfernt, mit der Hauptstraße an der Mole. Sehenswert. Ich kenne es von dem Törn, als ich vor rund 25 Jahren meinen Schein machte.

27.7.13

Von Portoroz wollen wir um die Ecke nach Trieste, durch die Stadt bummeln und wählen deshalb die Marina San Giorgio, genau diejenige, in der ich vor 2 Monaten auf den kostenlosen, weil freien Platz, hoffte.

Trieste ist wunderschön, einen Besuch wert! Und die Marina liegt gut. Aus dem Gelände raus ist man sofort in der Altstadt. Dafür ist sie ein wenig lieblos/schlampig aus alten Hafenanlagen entstanden und wirklich nicht gepflegt. Man fragt sich, wofür sie 98 € für eine Nacht verlangen. Das ist nun wirklich kräftig überzogen. Ich nehme an, dass auch nicht viele Transitgäste sich hierher verirren. Vermutlich will man Transitgäste auch nicht. Ich werde auch nie mehr kommen. Versprochen.

Es könnte natürlich sein, dass in dem Übernachtungspreis der Eintritt in die Disco auf dem Dach des Rezeptionsgebäudes eingeschlossen war, ca. 20 m Luftlinie von uns, so nah, dass man die Unterhaltung der Gäste hören konnte in den wenigen Musikpausen. Immerhin hört die Musik gerade auf, es ist 01:30 Uhr. Also besser gesagt, hoffentlich bleibt es auch dabei.

26.7.13

Wir legen mittags kurz vor maximaler Tide ab und kommen mit eigentlich viel Platz unterm Kiel aus der Marina und der Lagune von Aprilia Marittima. Unser Ziel Portoroz ist nun wirklich keine seemännische Leistung, weder navigatorisch noch von der Distanz her. Baden in der Bucht von Portoroz, Begutachtung des Unterwasserschiffes mit Überraschung. Ich habe das Gefühl, in der Lagune wächst der Bewuchs doppelt so schnell. Also weiß ich schon, was ich an den ”faulen Tagen in griechischen Buchten” machen werde. Unterwasserschiff abkratzen, was mit Schnorchel sicherlich sehr kräftezehrend sein wird. Besser wäre da eine Tauchausrüstung, aber der Tauchschein und die Ausrüstung steht erst für später auf dem Plan.

Die Nacht bringt uns kostenlose Musik aus gleichzeitig mindestens 3 Discos, und das bis morgens um 4 oder 5 Uhr, wie man mir sagt. Ich habe es nicht mehr gehört. Morgen wird es sicherlich besser!

25.7.13

Der Leihwagen geht fristgerecht zurück. Gabi und Rainer, unsere guten Freunde, sind Gäste für die kommenden (leider nur) fünf Tage. Wir beschließen eine kleinen Törn in Italien-Slowenien.

Erst muss aber noch gearbeitet werden. Die neue Ankerkette wird geliefert und aufs Schiff geladen, 100 m statt der bisher 40 m. Ich hoffe, die zusätzliche Sicherheit zahlt sich irgendwann einmal aus. Dafür passt der Anker nicht. Der 30 kg-Bügelanker ist einfach zu groß, mit zu langem und zu dickem Schaft. Mal sehen, was draus wird. Umtauschen, umbauen? Ich weiß noch nicht.

24.7.13

Deutschland-Besuch beendet, ich habe mein neues Enkelchen Matilda gesehen und gedrückt, und natürlich die andern Enkel auch. Ihr werdet mir fehlen! Daneben gab es noch ein paar Behördengänge. Hoffentlich geht der Rest, den ich nicht geschafft habe, per Internet oder auf dem Postweg. Die Liste ist lang, sehr lang, wenn man sich auf eine große Reise verabschiedet.

Ellen ist mitgekommen, schaut sich das Leben an Bord gründlich an und wird auch die nicht ganz unerhebliche Strecke bis Korfu mitsegeln.